Oligophrenie – Informationen sowie Definition zu diesem Defizit

Oligophrenie - Untersuchung des GehirnsBei der Oligophrenie spricht man im allgemeinen Sprachgebrauch auch von „Schwachsinn“ wobei man deutlich Anmerken muss, dass in der heutigen Medizin das Wort Oligophrenie nicht mehr verwendet wird, da dies als diskriminierender Sprachgebrauch angesehen wird. Aktuell werden eher auf die Begriffe wie „Intelligenzdefekt“, Intelligenzminderung oder auch Minderbegabung zurückgegriffen. Gem. dem Duden wird Oligophrenie auf erblicher Grundlage oder im frühen Kindesalter erworbener Intelligenzdefekt beschrieben.

Weltweite Verbreitung von Intelligenzminderung

Ungefähr 0,2 – 0,4% der Bevölkerung weisen leichte Debilität auf, was einer Anzahl von ca. 29,5 Mio. Menschen weltweit entspricht. Die Oligophrenie ist eine vererbbare Krankheit und tritt in einem frühen Stadium auf. Prozentual sind mehr Männer als Frauen betroffen. Dritte Weltländer sind ebenso betroffen wie Industriestaaten. Eine örtliche Zuordnung lässt sich bei diesem Krankheitsbild nicht 100% zuordnen, wobei soziokulturelle Umstände ein Indikator für Oligophrenie sein kann.

Einige Ursachen einer Oligophrenie

Durch Alkohol- und Drogenkonsum besteht eine Oligophrenie GefahrHäufig tritt die Oligophrenie ohne bekannte Ursache oder als selbstständiger Krankheitszustand auf (idiophatisch). Im Rahmen einer Trisomie 13, Trisomie 18, Trisomie 21 oder auch das Williams –Syndroms kann sich die Oligophrenie im frühen Alter manifestieren. Durch Alkohol- und Drogenkonsum der Mutter während der Schwangerschaft kann der Fötus geschädigt werden und ebenfalls zu einer Minderbegabung führen. Während der Entbindung kann das Gehirn des Kindes durch Sauerstoffmangel oder traumatische Ereignisse Schäden erleiden, was ebenfalls zu einer Intelligenzminderung führen kann.

Oligophrenie ICD – Unterteilung in vier verschiedenen Grade

Die Intelligenzminderung wird in verschiedenen Grade bewertet. Menschen mit einem Intelligenzquotient von unter 20 spricht man von schwerstgradigen Minderungen. Bei einem IQ zwischen 20 – 34 liegt eine schwere Oligophrenie vor. Mit einem IQ von 35 – 49 spricht man von einer mittelgradigen Intelligenzminderung. Menschen die einen Intelligenzquotient von 50 – 69 aufweisen, besitzen eine leichte Intelligenzminderung

  • Schwerstgradige Minderungen – Betroffene zeichnen sich unter anderem durch dauernde Aufsicht und Pflege vom Pflegepersonal aus. Menschen die diesem Grad angehören können sich sprachlich nicht artikulieren und sind nicht fähig sich weiterzubilden bzw. eine Partnerschaft einzugehen.
  • Schwere Oligophrenie – Betroffene sind häufig unter Aufsicht und benötigen stets Anleitungen für den Alltag. Einfache Gewohnheiten können eingeübt und erlernt werden. Sprachlich besitzen diese nur begrenzte Äußerungsmöglichkeiten und sind nicht fähig eine Partnerschaft einzugehen.
  • Mittelgradige Intelligenzminderung – Der Betroffene besitzt eine begrenzte Fähigkeit eine Sprache zu erlernen und kann sich auf einfacher Weise Äußern. Eine Aufsicht ist regelmäßig nötig. Diese Betroffenen besitzen eine begrenzte Fähigkeit was zu erlernen und können einfach strukturierte Arbeiten ausüben.
  • Leichte Minderung – Das Erlernen von Sprache ist zeitverzögert jedoch im Alltag meist ausreichend. Diese Gruppe der Betroffenen können sich oft selbst Versorgen und bedürfen nur unregelmäßige Aufsicht. Ihre Bildung ist eingeschränkt und das Lesen und Schreiben fällt dieser Gruppe schwer. Eine Partnerschaft mit anderen Betroffenen ist möglich.

Therapie und Behandlung von Intelligenzgeminderten Menschen

Der jeweilige Grad der Minderung ist entscheidend wie eine Therapie bzw. eine Behandlung des Betroffenen angewandt wird. Bei schwerstgradig Betroffenen wird eine intensive Pflege in einem Heim für Schwerstpflegefälle nötig sein, da sie die Umwelt nicht verstehen und sich auch sonst nicht verständlich machen können. Bei den anderen Graden kommt es auf dem jeweiligen Betroffenen an. Ziel sollte es sein, die intelligenzgeminderten Mitmenschen in soziotherapeutische Maßnahmen wie z.B. Werktherapie, Familienpflege, betreutes Wohnen unterzubringen. Zur Krisenintervention können Betroffene in einer Psychiatrie untergebracht werden und im akuten Krisen und Unruhezuständen mit sedierenden Substanzen behandelt werden. In Heimen sowie betreuten Wohnen sind die Pfleger darauf geschult, ein Auge darauf zu haben, das Betreute Mitmenschen nicht unter- oder Überfordert werden.

Lebenserwartung von Betroffenen Mitmenschen mit einer Intelligenzminderung

Lebensqualitt

Sofern die Oligophrenie durch einem Chromosomalen Defekt oder einer Stoffwechselstörung beruht, Kann die Lebenserwartung des Betroffenen eingeschränkt sein. Je früher man mit der Förderung beginnt und die betroffenen ein gesundes psychosoziales Umfeld besitzen, fördert dies die Lebenserwartung der Betroffenen. Vorsorgemaßnahmen während der Schwangerschaft und Früherkennungsmaßnahmen sollten besonders in Betracht gezogen werden, sofern jemand von der Familie bereits betroffen ist. Genetische Erkrankungen wie z.B. Down Syndrom sind bereits vor der Geburt diagnostizierbar.

Synonyme von Oligophrenie und die betroffenen Regionen

Bei der Oligophrenie sprechen viele auch von Intelligenzminderung, Minderbegabung oder auch geistige Behinderung. Die Minderung lässt sich in vier Grade unterleiten und ist ein wichtiger Bestandteil um die bestmögliche Behandlung der Betroffenen zu gewährleisten. Eine Oligophrenie kann durch das Gehirn oder das Nervensystem hervorgerufen werden. Auch Hormone und der Stoffwechsel können zur Minderbegabung beitragen.

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